Gedichte

Wir sind Staub.

 

Der Staub singt.

 

immer weiter tanzt und schwebt dein

            dissoziiertes abbild

in seinen hyperkonvexen spiralbahnen um den

            kräftig pulsierenden sooma-kern

mit seinen irisierend und magnetisierend leuchtenden

            spektralstrahlenringen,

dessen mannigfaltige, atomare zellularmetamorphosekräfte seinen

            feinfühligen reigen

immer impliziter vereinnehmen und in ihre ganz eigenen,

            unverständlich und abstrakt codierten zusammenhänge

und

            gefalteten wucherungskomplexe, die

sich zu allen dimensionen der

            sinnlich verständlichen realität

und der

            rational wahrnehmbaren spekulation

flechtenförmig ausbreiten,

            ziehen; während du

immer tiefer fällst in die lichtlose unendlichkeit

            onyxschwarzer schichten,

derren glatte oberflächen ätherisch glimmen vom

            fernen schein der alten sterne, wie eine

qualle unerschütterlich im tosenden

            strudel des eisig kalten wassers der wellen des

vom sturm aufgewühlten, weiten ozeans,

            treibt,

immer ruhiger hinein in das ewige nichts.

 

Am Strand

Bin ich ein Felsen,

Groß und stark,

Oder ein Kieselstein,

Rund und zart,

Ein Körnchen Sand,

Unter deinen Füßen,

Welches dich wärmt,

Während das Meer uns umspült?

Von salzigem Wasser umgeben

Sind wir beide,

Kalt fließt es über uns.

Ich spüre dich auf mir stehen,

Bist groß und stark,

Bist rund und zart,

Bist warm und hältst mich fest.

Dann treibst du fort,

Oder bin ich es der geht,

Davongetragen von der Strömung?

Es bleibt eine Erinnerung,

Zwischen uns, an uns, bei uns,

Dein Abdruck auf meiner Haut.

Meine Hände sehnt es nach dir,

Dich noch einmal zu berühren,

Dich zu spüren,

Dich zu tragen und

Dir nahe zu sein.

Doch hier sind nur die Algen,

In denen ich mich verfangen,

Sie umschlingen mich und

Sind doch nur ein Schatten,

Deiner schwarzen Haare.

 

Sehnsüchtig wartend am rauen Ufer

Lauschend dem Klang der grauen Wellen

Umschlungen die Fasern der Ferne

Der zarte Stoff unserer Freundschaft

Warm und sanft auf meiner Haut

Umspielt vom frischen Wind der Nacht

In Dunkelheit die warmen Körper

Aus achtsamer Berührung feinfühlig geboren

Blicken wir in Augen aus Kristall

Tief wie die Weiten des Himmels über uns

Der schwarz und doch von Sternenlicht erfüllt

Uns kaum erreicht, so fern erscheint

Während du und ich vereint in Ewigem

Zeitlos fühlt sich an was enden wird

Ein Abschied aus dem Glück der Zweisamkeit

Wieg dich noch einmal an meiner Seite

Sanftes Tuch im Wind so still

Deine Hände halte zärtlich über meine

Schützend mein Herz umschlungen so ruhig

Die süße Frucht der Erinnerung kostend

Das Wildeste das ich erträumen mag

Ich bei dir und du bei mir

Will ich sein so frei und schwerelos

 

Ohne Angst, ohne Zwang, nur für uns

 

Heute bin ich schon.

Ein Andrer war ich gestern.

Wer weiß,

 

Ob morgen kommen wird

 

Im Dornengestrüpp gefangen

Und vor mir zwei Jungen am Abgrund,

Sie schubsen, stoßen und ringen,

Schreien sich an,

Verzweifelt

Erfüllt von Wut, von Hass und

Doch voll Angst?

Ich hänge in den Dornen,

Blut fließt hinab an meinem Arm,

An meinen Händen klebt es, die versuchen

Sich zu befreien,

Mich zu befreien,

Von den Schmerzen.

Ich rufe zu ihnen, den beiden,

Die doch nur Kinder sind,

Dass sie sich halten und umarmen

Sollen und nicht,

In den Abgrund fallen, getrennt.

Sie sollen sich sagen, was in ihren Herzen

Verborgen, versteckt, gegangen,

Voll Schmerzen,

Die Liebe, die sie doch füreinander

Empfinden

Die Nähe, die sie erst zusammen geteilt,

Als sie beieinander gelegen,

Am Dornstrauch der sie versteckte,

Sie schützte vor ihrer inneren Scham.

Sie bluten, ich blute, wir bluten zusammen

Und keiner ist hier, um den Schmerz zu stillen,

Die Wunde zu heilen,

So fallen wir alle den Abgrund hinab

Und verlieren uns ohne zu wissen,

 

Das wir nicht alleine sind

 

Duft flüssigen Goldes

Der Rauch,

das Holz,

ein dunkler Ton.

Die Schokolade,

eine Süße,

dann die Kraft.

Ein Brennen,

die Wärme,

hin zum Feuer.

Dann die Ruhe,

das Warten,

der Nebel fällt.

Süße Frucht,

verfliegt geschwind,

ein Schatten bleibt,

Erinnerung,

an diesen Augenblick.

 

Ich

In der Stunde

Als

Am Morgen die Flut

Über

Alles, was ich kannte,

Siegte

Und ich dann verloren

Zurück

Schaute, in die Stadt,

Um

In einem Blick

Zu erkennen, was uns blieb.

Aus Zittern fließt die Linie,

für einen Herzschlag nur.

Der Puls wird schwanken,

wenn die Mauer fällt.

Am Ende ein Vogel,

ruhend auf dem Feld, im Tode.

 

Die Sprache, die ich spreche,

kennt die Worte nicht,

die ich sprechen möchte.

Sie ist taub.

Sie ist stumm.

Sie versteht nicht.

 

Über dem See,

Wie dichter Nebel,

Liegt der goldene Dunst

Auf mir, in der Stille,

Wenn ich meine Augen,

Durch die kein Licht mehr dringt,

Geschlossen halte

Und verweile.

 

Kann nicht singen.

 

Kann nicht sprechen.

 

Kann nicht schweigen.

Fast nichts

Am Rande der Existenz

Dem Tod zu nahe

Und doch das Leben

Kämpfen um den nächsten Atemzug

Eine Abfolge von Augenblicken

Ticken der Sekunden

In gerader Kurve

Hat den Weg verloren, sich verirrt

Ringen mit der Wahrheit

Fast nichts

Was bleibt?

 

Wenn Augen,

nur für einen Moment,

erkennen würden,

was wirklich ist.

 

Er schließt die Tür,

es ist unser Raum.

Er nimmt die Uhr ab,

es ist unsere Zeit.

 

Wir erschaffen etwas.

Wir glauben daran.

Wir scheitern daran.

Wir lachen darüber.

 

Ich weiß nicht, was ich mache.

Ich weiß nicht, warum ich es mache.

Ich weiß nur, dass ich es mache.

Jetzt.

 

Was ist Zeit?

Ist Zeit was?

Zeit ist was?