Wie sein eigenes Herz (2017-20)

 

Wie sein eigenes Herz (1.Samuel 18/1-4)

 

 

 

Zur Auswahl des Textes:

 

Die Komposition hat ihren Ursprung in meinem Aufenthalt in Estland 2017. Zu dieser Zeit setzte ich mich ausgiebig mit Chormusik und Komposition für Chor auseinander und gleichzeitig mit der Frage meines persönlichen Glaubens. In einer dreijährigen Arbeit entwickelte sich daraus eine Collage verschiedener Bibelstellen, die zusammen, einer Predigt gleichend, auf den Punkt bringen, welchen Glauben ich in der heutigen Zeit, Welt und Gesellschaft und mit Hinblick auf die Zukunft vertrete oder vertreten möchte. Der Anlass zur Eröffnung der renovierten Stiftskirche erschien mir für ein Stück dieser Art sehr passend, da mit dieser Feier ebenfalls ein Zeichen gesetzt wird für den Glauben und für die Hoffnung auf eine Glaubensgemeinschaft in den kommenden Jahren.

 

Der Text, das Wort, ist für mich das Entscheidende am Glauben. Ausgehend von Amos 8/11 begann ich damit, Worte zu suchen, die das darstellen, was ich am Glauben schätze, wobei mir der Glauben hilft und worin ich das einmalige Potenzial des Glaubens sehe. Letzten Endes kam ich dadurch auf einen Kern, ein Thema, welches sich durch die ganze Komposition zieht: Den Bund. „Wie sein eigenes Herz“, der Titel, bezieht sich auf den Bund welchen David und Jonathan zwischen ihrer Freundschaft schließen. In einer der gefühlvollsten Geschichten der Bibel wird geschildert, was genau einen Bund der Liebe ausmacht. Einen Bund zwischen zwei Menschen, ebenso wie zwischen dem Menschen und Gott. Es geht um bedingungsloses Vertrauen, gegenseitige Zuneigung und warmherzige Nähe. Diese Liebe begegnet uns in der Bibel immer wieder in verschiedensten Worten, sei es im Abendmahl, in der Nachfolge von Rut und Naomi, der Berufung des Propheten Samuel, der Anrufung des verzweifelten Jonas, in dem neuen Bund zwischen Gott und Noah oder in der Stille, in der Elija Gott vernimmt. Diese Liebe ist ein Versprechen und ein Aufruf dazu, unser Handeln zu überdenken, uns zu verändern und Nachfolge anzutreten.


I.             „Siehe, hier bin ich“

 

Siehe, hier bin ich.

 

Siehe, hier bin ich.

 

Siehe, hier bin ich.

 

Rede, denn ich höre.

 

(1.Samuel 3/4+10)

 

 

 

II.            „Ich hörte dich“

 

Ich hörte dich und fürchtete mich

 

denn ich bin nackt und bloß

 

und liege strampelnd in meinem Blut.

 

Ich bin nackt gekommen

 

und nackt werde ich dahinfahren.

 

Ich bin Staub

 

und zum Staub kehre ich zurück.

 

Darum versteckte ich mich.

 

(1.Mose 3/ 10+19; Hesekiel 16/22; Hiob 1/21; Prediger 5/14)

 

 

 

III.          „Du warfst mich“

 

Du warfst mich in die Tiefe,

 

mitten ins Meer,

 

dass die Fluten mich umgaben.

 

All deine Wogen gingen über mich,

 

Wasser umgaben mich,

 

die Tiefe umringte mich,

 

Schilf bedeckte mein Haupt.

 

Ich sank hinunter zu der Berge Gründe,

 

der Erde Riegel schlossen sich hinter mir.

 

Vom Ende der Erde rufe ich zu dir,

 

denn mein Herz ist in Angst.

 

Banne den Sturm zur Stille,

 

dass die Wellen sich legen.

 

(Jona 2/4-7; Psalm 61/3; Psalm 107/29)

 

 

 

IV.          „Seid stille“

 

Seid stille.

 

Ich will dich trösten und leiten.

 

Ich will mein Gesetz in dein Herz geben.

 

Ich will dir deine Missetat vergeben.

 

Ich will deiner Sünde nimmermehr gedenken.

 

Ich will dein Trauern in Freude verwandeln und dich trösten und dich erfreuen.

 

Ich will dich heilen und gesund machen und will dir dauernden Frieden gewähren.

 

Ich will einen neuen Bund schließen.

 

(Zefanja 1/7; Jeremia 31/9+13+31+33+34, 33/6)

 

 

 

V.            „Siehe, dies ist“

 

Siehe!

 

Das ist mein Körper.

 

Siehe!

 

Das ist mein Blut.

 

In deine Hände befehle ich meinen Geist.

 

Siehe!

 

Das ist mein Körper, der für dich hingegeben wird.

 

Siehe!

 

Das ist mein Blut des neuen Bundes.

 

In deine Hände lege ich meinen Geist.

 

(1.Korinther 11/23-25; Matthäus 26/26-28; Lukas 22/19, 23/46; Psalm 31/6)

 

 

 

VI.          „Rede mir nicht ein“

 

Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte.

 

Siehe, mir geschehe wie du gesagt hast.

 

Nicht wie ich will, sondern, wie du willst.

 

Alles, was du mir sagst, will ich tun.

 

Siehe, ich will mit dir gehen.

 

Siehe, ich will bei dir sein.

 

Siehe, fürchte dich nicht.

 

(Rut 1/16+17, 3/5; Lukas 1/38; Markus 14/36; Zefanja 3/16)

 

 

 

VII.        „Liebet“

 

Liebe von ganzem Herzen!

 

Liebet!

 

Liebe von ganzer Seele!

 

Liebet!

 

Liebe mit all deiner Kraft!

 

Liebet!

 

Liebe deinen Nächsten!

 

Liebe auch dich selbst!

 

Liebet!

 

(5.Mose 6/5; 3.Mose 19/18; Psalm 31/24)