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Solo

Uraufführung: 26.6.2018, Arian Robinson, Neues Buddenbrookhaus MH Lübeck in der Reihe "Aufbrüche"

 

Aufnahme ist nicht verfügbar

„Please, sir, I want some more” (Charles Dickens, aus “Oliver Twist”)

 

 

 

1.        Dieses Stück ist konzentriert und verdichtet auf eine einzige Person an einem Tisch sitzend. Die Idee entstammt der eingangs zitierten Situation aus „Oliver Twist“. Die Kinder hungern, sind allein gelassen. Sehnsüchtig hoffen sie auf eine Erlösung aus ihrer Isolation und Einsamkeit. Und Oliver ist es, der seine Stimme erhebt, eine einzelne Stimme und dadurch die gesetzte Ordnung aus den Fugen gerät. Denn ein Solo ist die intimste und direkteste Form der Musik, sie zeigt den Menschen, wie er ist, nichts kann kaschiert oder versteckt werden.

 

 

         Die installative Musik: In einer reduzierten und konzentrierten Versuchsanordnung findet eine Performance statt. Dabei geht es weniger um eine traditionelle Dramaturgie oder Kompositionsweise, als um die experimentelle Betrachtungsweise und Studie eines Klangs. Dies kann dem Hörer eine bewusstere Erkundung des Klanges ermöglichen. Die feinen Details, Formen, Unterschiede und sensibilisieren und der Augenblick kann mit der ihm immanenten Spannung und Schönheit erlebt werden.

 

 

         Das Rauschen: Das Rauschen und seine Abstufungen faszinieren mich schon seit meiner ersten Komposition. Dieser Klang entsteht aus der Überlagerung von zu vielen Informationen, er ist unscharf, verschmutzt und verdeckt die konkreten Details. Er stört das Streben nach Reinheit und Perfektion, ist ein Fremdkörper, der meist vermieden werden soll. Gleichzeitig bietet das Rauschen ungeahnte Schattierungen. Als Grundierung kann es Tiefe und Volumen liefern und in seiner Überfülle kann es beruhigen, wenn Chaos herrscht. Auch eine Flut von sich degenerierenden Gedanken wird letzten Endes zum Rauschen.

 

 

         Das Zittern: Das Zittern steht am Anfang eines Tones, einer Melodie, eines Liedes. Es ist die Angst vor der Stille, die uns ins Zittern versetzt und Schwingungen anregt, der Einschwingvorgang. Dieses zwischen zwei Dingen sein ist hierbei das entscheidende. Das Zittern ist nicht mehr der Stillstand und ist noch nicht die Linie, die daraus fließen wird. Es ist zwischen der Dualität, fragend, suchend, unsicher, zweifelnd.; abhängig von Impulsen (attacks) und Beruhigung (verklingen, Nachklang, Hall).